Mittwoch, 12. Jun 2013, 09:41 Uhr

Hooligan Simulation EA kündigt „FIFA 2014 - Fanwars“ an

Szenen wie diese können bald gefahrlos an der heimischen Konsole nachgespielt werden.
Foto: Michal Zacharzewski / Lizenz Szenen wie diese können bald gefahrlos an der heimischen Konsole nachgespielt werden.

Auf der Spielemesse E3 kündigte der Publisher EA Sports ein Hooligan-Spinoff der beliebten Spielereihe „FIFA“ an. Von der Kritik hochgelobt machten wir uns in Los Angeles ein eigenes Bild – und sind hellauf begeistert.

Gewalt im Fußballsport ist dieser Tage ständig Gegenstand der Diskussion und lässt immer wieder Gemüter hochkochen, wenn Funktionäre unabhängigen Fangruppierungen in die Hooligan-Ecke stellen. EA vermutet hier nun einen Markt und stellte auf der größten und wichtigsten Spielemesse E3 einen Ableger der beliebten FIFA-Serie vor: Fanwars.

Das Spiel ist eine Mischung aus Strategie- und Third-Person-Shooter. Während man Horden von Hooligans gegen stets vom Computer gesteuerte Polizisten und Sicherheitskräfte steuert oder sich online mit anderen Hooligan-Trupps misst, kann man in die Rolle einzelner spezieller Charaktere schlüpfen und seinen Prügelknaben direkt über die Schulter schauen. Hierbei skandiert man gegenüber der Polizei stets Parolen wie „Fußballfans sind keine Verbrechner“ und „keine Gewalt, keine Gewalt“. Hervorzuheben ist, dass die Schauplätze durchweg detailgetreue Nachbauten berühmter Arenen, wie zum Beispiel des Berliner Olympiastadions oder Wembley Stadiums, sind – welche nach Herzenslust demoliert werden können. Da sich Hooligan-Krawalle aber nicht immer nur auf das Stadion beschränken, sind die Innenstädte ebenfalls als Nebenkriegsschauplatz zu bewundern und bestechen durch Detailverliebtheit.

Während man seine Horden lenkt, kann man durch spezielle Aktionen eine Rage-Leiste auffüllen, welche besonders Schlagkräftige Attacken und Manöver freischaltet, sobald diese gefüllt ist. Als Spieler hat man die Auswahl zwischen drei verschiedenen Nationalitäten. Zunächst wären da die Engländer: Sehr massiv und schwer zu besiegen aber eher Schwach im Nahkampf. Als Rage-Ressource dienen Deutsche Flaggen. Hüten sollte man sich vor Bier: Das trinken Engländer sehr gerne, vertragen es aber kaum. Hat man den Rage-Balken gefüllt, steht dem Spieler unter anderem eine „Razorback“-Attacke zur Verfügung, die vor allem beim Online-Spielen gegen Deutsche Hooligans sehr wirksam ist und mit Videosequenzen aus dem WM-Finale von 1966 eingeleitet wird.

Aber auch die Deutschen können sich auf dem Hooligan-Schlachtfeld sehen lassen. Als gute Allrounder lassen sie sich angenehm und leicht steuern, sind diszipliniert und werden nur schwer aufgerieben. Lediglich gegen Polizisten sind Deutsche sehr ineffektiv – was allerdings dadurch ausgeglichen werden kann, dass man den Rage-Balken mit Bier auffüllt und so zum Beispiel die Attacke „Third Reich“ freischaltet. Deutsche Hooligans wechseln dann das Fantrikot gegen braune Hemden und rote Armbinden, treten noch gewaltätiger, dafür aber ausschließlich in Blockformation auf und pferchen feindliche Hooligans in kleinen, mit Stacheldraht umzäunten Bereichen ein.

Als dritte Partei treten die Russen auf. Russische Hooligans sind schnell, wendig, äußerst brutal aber leider stark in der Unterzahl. Eine Besonderheit: Der russische Rage-Balken ist immer aufgefüllt, man muss aber mit Wodka dafür sorgen, dass er nicht absinkt. Gerät er in einen kritischen Bereich beginnen russische Hooligans Karten zu spielen und Sonnenblumenkerne zu essen.

Alles in allem macht das Spiel einen äußerst runden Eindruck. Vor allem die Online-Variante könnte einschlagen wie eine Bombe, so können hier Casual-Gamer und Profizocker gemeinsam gleichermaßen Spaß haben. EA kündigte an, dass „FIFA - Fanwars“ noch diesen Herbst in deutschen Läden stehen wird.

cde

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