Donnerstag, 14. Nov 2013, 12:23 Uhr

Mediendeal „Der Postillon“ kauft Yahoo

Jetzt auch auf Yahoo: „Bissige“ Satire.
Foto: NRP / Lizenz Jetzt auch auf Yahoo: „Bissige“ Satire.

Das erfolgreiche Blog hat überraschend den ehemaligen Internet-Giganten Yahoo gekauft. Während der einstige Suchmaschinenriese so wieder zu neuem Glanz kommen könnte, nutzt der Postillon den Deal, um neue Eigenformate zu platzieren.

Der Deal ist von langer Hand geplant gewesen: Das wohl erfolgreichste Blog Deutschlands hat Yahoo, den ehemaligen Vorreiter des Internets, geschluckt. Für den aberwitzigen Betrag von mehreren Hundert US-Dollar (umgerechnet wenige Hundert Euro) ist der Inhaber, Herausgeber und Redakteur des Postillons Stefan Sichermann, nun alleiniger Anteilseigner.

Während die Zugriffszahlen von Yahoo in den letzten Jahren durch Wegbrechen der Zielgruppe (über 80-Jährige) immer mehr zusammenschrumpften und im ersten Quartal 2013 die Erwartungen der Anleger mit gerade einmal 7 Zugriffen massiv unterbot, erfreut sich der Postillon hingegen bester Gesundheit und kann mit über 2000 EUR Werbeeinnahmen monatlich punkten. Das entspricht ungefähr dem 400-Fachen dessen, was Yahoo in den letzten 2 Jahren eingenommen hat.

Sichermann nutzt den Deal, um sein Imperium weiter auszubauen: „Die Testballons der Postillon24-Nachrichten sind extrem gut angekommen. Ab sofort werden wir die weichgespültesten und unkritischsten Meldungen und Büroschenkelklopfer als Sketche für den Massenmarkt produzieren und auf Yahoo veröffentlichen“ so der frischgebackene Medien-Mogul gegenüber der NRP.

Ansonsten sollen beide Unternehmen genau so weitergeführt werden, wie bisher. Sichermann will sich nicht in das Alltagsgeschäft Yahoos einmischen: „Mit Portalen und so was kenn ich mich auch gar nicht aus“, so der ehemalige Werbetexter, „ich sitze lieber wie gehabt ein paar Stunden täglich vor meinem Rechner und freue mich wie ein kleiner Junge, wenn meine erdachten Kurzmeldungen durch den Facebook-Äther gejagt werden. An Konzernführung habe ich gar kein Interesse.“

Yahoo hingegen hofft, wieder Fuß fassen zu können: „Der Postillon weist Zugriffszahlen jenseits von Gut und Böse auf. Wenn wir davon auch nur einen Bruchteil abbekommen, sind wir wieder im Geschäft“, so Yahoo-Geschäftsführerin Marissa Mayer.

cde

comments powered by Disqus