Mittwoch, 29. Mai 2013, 08:00 Uhr

Social-Network-Initiative Tweets über das Wetter bald verboten?

Posts wie „Der kleine November möchte vom Mai abgeholt werden“ künftig nicht mehr mehr bei Facebook.
Foto: Robert S. Donovan / Lizenz Posts wie „Der kleine November möchte vom Mai abgeholt werden“ künftig nicht mehr mehr bei Facebook.

Die großen sozialen Netzwerke, allen voran Facebook und Twitter, haben sich zusammengetan und wollen in Kürze Mecker-Postings über das Wetter, den Tatort und ähnliche Trivialthemen blockieren. Benutzer die in der Vergangenheit solche Postings absetzten müssen nun um ihren Account fürchten.

Im Rahmen einer Initiative, der sich die großen Social Networks von Twitter & Xing über YouTube & Google Plus bis hin zum Branchenführer Facebook angeschlossen haben, einigten sich die Teilnehmer, sogenannte „Mecker-Postings“ künftig zu blockieren. Die von Twitter und Facebook ins Leben gerufene Initiative zielt dabei vor allem auf Postings ab, die das Thema Wetter zum Inhalt haben.

„Eine ungeheure Datenmenge sammelt sich bei uns an, wenn das Wetter mal nicht den Vorstellungen der Benutzer entspricht. Dem müssen wir einen Riegel vorschieben“ erklärte der maßgebliche Manager der Initiative Michael Leifheit. Dabei ist die geplante Blockade bei weitem nicht auf Unmutsbekundungen über das Wetter beschränkt, auch Posts, die sich über genau diese Statusmeldungen und Tweets beschweren sowie die, die sich wiederum über Beschwerdeposts beschweren sind davon Betroffen.

Einhalt soll damit auch massenhaft kopierten, vermeintlich lustigen Sprüchen geboten werden, die sich die Benutzer der sozialen Netzwerke gegenseitig klauen, die dann vom Rundfunk aufgegriffen werden um dann wieder von weniger internetaffinen Benutzern aufgegriffen und in schlecht aufgelösten und mit grauenhafter Schriftwahl erstellten Bildchen in die Netzwerke gekippt werden. „Das ist wie Erbrochenes zu essen, welches zuvor bereits schon mehrfach gegessen und erbrochen wurde“, so Leifheit deutlich angewidert.

Neben dem Wetter sind vor allem Posts über besonders missratene Tatort-Folgen, Gejammer über Germanys Next Top Model oder den Eurovision Song Contest aber auch selbstbezogenes wie eingeführte oder abgeschaffte bzw. veränderte Funktionen der Netzwerke selbst bis hin in die dritte Metaebene auf der Blockade-Liste. Mit einer kleinen Ausnahme: „Die neuen Google Plus Streams waren nun wirklich ein Griff ins Klo, darüber darf sich straffrei aufgeregt werden“ gibt Leifheit schmunzelnd zu verstehen, „aber wer ist da schon angemeldet“.

„Wer solche Posts im Übermaß geschrieben hat, wird komplett gesperrt“

Leifheit erklärte weiterhin, dass Benutzer, die jetzt schon Unmengen solcher Posts verfasst haben unter Umständen dauerhaft aus den sozialen Netzwerken verbannt werden. „Wer solche Posts im Übermaß geschrieben hat, wird komplett gesperrt. Dabei spielt es keine Rolle, wo diese Meldungen abgesetzt wurden. Überschreitet man die Toleranzschwelle zum Beispiel bei Twitter, wird man in allen teilnehmenden Netzwerken gesperrt. Wer irgendwo nervt, der nervt überall“ führt Leifheit aus.

Abschließend warnt Leifheit noch Benutzer, die Funktionen der unterschiedlichen Netzwerke verwechseln: Wer Hashtags bei Facebook benutzt obwohl diese dort gar keine Funktion haben, wer auf Google Plus „Gefällt mir“ sagt oder auf Twitter mit „+1“ sein Gefallen bekundet soll gnadenlos und auf Lebenszeit gesperrt werden.

cde

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