Mittwoch, 18. Dec 2013, 13:09 Uhr

Alternative Ernährung Immer mehr Menschen werden Proxy-Vegetarier

Diese lustig schauende Muh-Muh gehört zu den erlaubten Nahrungsmittel vieler Proxy-Vegetarier
Foto: Alex Schweigert / Lizenz Diese lustig schauende Muh-Muh gehört zu den erlaubten Nahrungsmittel vieler Proxy-Vegetarier

Während man sich an Vegetarier und Veganer mittlerweile gewöhnt hat und es in Supermärkten immer mehr Lebensmittel für Anhänger dieser Ernährungsformen gibt, breitet sich in Windeseile ein neuer Trend aus: Proxy-Vegetarier essen nur Lebensmittel, die sich selbst vegetarisch ernährt haben.

Konsum von Fleisch kann aus vielen Gründen abgelehnt werden: Gesundheitliche Aspekte vor dem Hintergrund der Medikamentengabe an Zuchtvieh sind dabei eben so zu berücksichtigen wie ethische Einwände. Doch viele Vegetarier vermissen den Geschmack von Fleisch oder Fisch und entscheiden sich deswegen, sich proxyvegetarisch zu ernähren.

Proxy-Vegetarier essen ausschließlich Lebensmittel, die sich selbst vegetarisch ernährt haben. Dazu zählen beispielsweise Rinder, viele Walarten oder Hühner sowie fast alle Pflanzen. Dabei ist darauf zu achten, dass Pflanzen nicht mit Viehmist gedüngt wurden. Die allermeisten Fischarten sind aufgrund ihrer Ernährung für Proxy-Vegetarier allerdings tabu. Ein Hintertürchen ließen sich die Gesundheitsbewussten allerdings offen: Es reicht, wenn sich ein Tier in der Nahrungskette vegetarisch ernährte. Schweine, die mit Rinderresten gefüttert wurden, sind also durchaus auf einem proxyvegetarischen Teller zu finden.

Sich Vegetarier zu nennen ist in vielen Subkulturen und Gesellschaftsschichten nötig, um akzeptiert zu werden. Mit Proxy-Vegetarismus wurde ein Weg gefunden, auf nichts verzichten zu müssen, und sich trotzdem Vegetarier nennen zu dürfen. Das bleibt in der Welt der normalen Vegetarier und Veganer allerdings nicht unumstritten, weswegen zahlreiche Anhänger der traditionellen Ernährung darauf pochen, den Begriff zu ändern. Als Vorschläge kursieren neben „Fleischfresser 2. Grades“ auch „Carotarier“ und „Idioten“. Letzterer ist allerdings bereits belegt: So nennt man Menschen, die auf Fleisch von niedlichen Tieren verzichten.

cde

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