Dienstag, 04. Jun 2013, 09:03 Uhr

Blockupy Frankfurt Hunderte Menschen stören Polizeiausflug

Mit diesen lustigen Wasserpistolen wollte die Polizei die Störer in ihr Fest einbeziehen: Erfolglos.
Foto: Montecruz Foto / Lizenz Mit diesen lustigen Wasserpistolen wollte die Polizei die Störer in ihr Fest einbeziehen: Erfolglos.

Es sollte ein netter Ausflug werden, die Umstände waren vielversprechend: Schönes Wetter, gute Laune und reichlich Grillfleisch. Doch hunderte, plötzlich auftauchende und aggressive Menschen machten einem schönen Polizeiausflug in Frankfurt einen Strich durch die Rechnung.

„Ich habe mir den Tag extra freigehalten. Ich und meine Kollegen, wir haben uns so auf den Ausflug gefreut. Mit einem solchen Fiasko hat nun wirklich keiner gerechnet“, sagt Bastian Nieten, Polizeikommissar aus Krefeld. „Seit Wochen schon wird das Fest geplant. Dass es so ins Wasser gefallen ist, macht uns alle sehr traurig“.

Die Trauer kann man gut verstehen. Am Samstag trafen sich tausende Polizisten in Frankfurt zu einem Ausflug. Ein ausgelassene Feier sollte es werden, mit viel Fanta, Grillfleisch und aktuellen Charthits. Doch dann nahm das Unheil seinen Lauf. „Plötzlich waren diese Leute überall. Mit Schildern die man nicht lesen konnte, filzigen Haaren und muffiger Kleidung. Ein Dunst von Marihuana-Zigaretten, Räucherstäbchen und Schweiß lag in der Luft. Und dann versuchten uns diese Leute auseinander zu treiben. Ich hatte teilweise Angst um mein Leben“ schildert Nieten seine Erlebnisse.

Später erfährt man: Hunderte Menschen drängten sich in einer engen Straße zwischen die Polizisten, warfen sich immer wieder unter diese und zerrten sie auf den Boden. Immer wieder skandierten die Menschen, sie hätten ein Recht das zu tun und zitierten eine Fantasiebehörde. „Uns wurde immer etwas von einem angeblichen Frankfurter Verwaltungsgericht gesagt. Das kennen wir nicht und müssen uns dem dann natürlich auch nicht beugen. Da könnte ja jeder kommen und so etwas behaupten“, erzählt Nieten.

Gefährliche Sonnenbrillen und Regenschirme

Mit der Angst bekamen es selbst erfahrene Kollegen zu tun, schildert Nieten, als manche der Störer sich mit Sonnenbrillen und Schals bekleideten. „Sonnenbrillen. Wer trägt denn sowas? Das machen doch nur Kriminelle Mafiosis und Drogendealer. Und Schals? Also bitte. So kalt war es nun wirklich nicht. Natürlich mussten wir davon ausgehen, dass es sich um Verbrecher und Gauner handelt. Meine Kollegin hatte furchtbare Angst. Die Leute hatten ja auch Regenschirme dabei. Was nützt einem da eine Ganzkörper-Schutz inkl. Helm wenn jemand mit einem Regenschirm auf einen eindrescht? Die sind immerhin aus Stahl! Da kann mir keiner erzählen, dass er da ruhig bleibt“.

Erst nach etlichen Stunden erhörten die Störer die Bitten der Polizei und verließen den Bereich. Nieten: „Da war die Stimmung aber natürlich schon im Eimer. Es gibt aber Hoffnung: Wir planen schon das nächstes Fest für den 1. Mai 2014 in Berlin. Da gibt es dann sogar Wasserspaß-Autos. Hoffentlich können wir dann unbeschwert feiern“.

cde

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