Donnerstag, 23. Mai 2013, 08:12 Uhr

Internet per Post Keine neuen Telekom-Netze in Neubaugebieten

Ein Bote stellt Internet in einem gesichterten Transporter zu.
Foto: Jazz Guy / Lizenz Ein Bote stellt Internet in einem gesichterten Transporter zu.

Die Telekom weitet Ihre Drossel-Pläne nun auch auf Neubaugebiete aus. Nachdem keine Kabel mehr verlegt werden sollen, will die Telekom künftig nur noch UTI (USB Transmitted Internet) in Neubaugebieten anbieten.

Mitten in der sogenannten „Drosselkom“-Diskussion sorgt die Telekom dafür, dass die Gemüter weiter hochkochen: Wie jetzt angekündigt wurde, will der Telekommunikationskonzern sein Netz nicht in Neubaugebiete ausweiten sondern setzt auf eine völlig neue Technologie: USB Transmitted Internet, kurz UTI ist das Mittel der Wahl. Laut Telekom, soll damit ein „ganzheitliches Surfgefühl“ bei den Endkunden entstehen.

Wie funktioniert UTI?

Aber was ist UTI eigentlich und wie funktioniert das? Die Technik ist simpel, wurde ähnlich schon vor Jahrzehnten in der Wissenschaft und vom Militär eingesetzt und gilt als extrem zuverlässig. Einziges Manko: Die Geschwindigkeit hält mit modernen Technologien kaum mit. Das ganze funktioniert wie folgt:

Der Benutzer ruft eine Internetseite in seinem speziell von der Telekom zur Verfügung gestellten Browser auf. Dieser leitet die Anfrage über spezielle Server des Konzerns an das UTI-Center weiter, wo ein echter, menschlicher Mitarbeiter die Anfrage bearbeitet. An dieser Stelle kann der Benutzer sich zurücklehnen, eine andere Internetseite aufrufen, sich einen Kaffee kochen oder seine faulen Knochen vor die Tür bewegen, denn nun wird es etwas dauern. Der Telekom-Mitarbeiter lädt die gewünschte Seite zzgl. maximal fünf Unterseiten auf einen USB-Stick und verschickt diesen per Post an den Empfänger. Die Antwort kann also bis zu zwei Werktage auf sich warten lassen.

Drosselpläne auch für UTI

„Natürlich müssen wir auch hier darauf achten, dass das Datenaufkommen unsere Kapazitäten nicht übersteigt“, so Markus Jodl von der Telekom. „Eine Anfrage kann mitunter bis zu einem Kilobyte groß werden. Das entspricht mehr als achttausend Bit. So eine Datenmenge kann auch eine neuartige Technologie wie UTI nicht ohne weiteres wegstecken“ berichtet Jodl weiter.

Aus diesem Grund plant die Telekom ab der 10 Anfrage im laufenden Monat die Daten nicht mehr mit schnellen und hochwertigen Versanddienstleistern zu verschicken, sondern auf Alternativen zu setzen: „Uns schweben da Mitfahrgelegenheiten, Fahrradkuriere und ähnliches vor“ erklärt Jodl.

Kritik an den Plänen lässt Jodl nicht gelten: „Wer mehr Internet will, kann sich ja einfach eine zweite Leitung zulegen. Die kostet genau so viel wie die erste, und die konnte man sich ja auch schon leisten. Ich verstehe die Aufregung nicht“.

cde

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