Freitag, 29. Nov 2013, 12:37 Uhr

Make-a-Wish Merkel durfte für einen Tag Kanzlerin spielen

Durfte Kanzlerin spielen: Angela Merkel.
Foto: European People's Party - EPP / Lizenz Durfte Kanzlerin spielen: Angela Merkel.

Es war herzergreifend: Angela Merkel durfte vorgestern einen ganzen Tag lang das Gefühl haben, sie würde Deutschland regieren. Hunderte Menschen beteiligten sich an dem Spektakel, um dem jungen Mädchen einen ganz großen Traum zu erfüllen: Einmal Kanzlerin sein.

Die Make-a-Wish Foundation erfüllt Menschen Wünsche. Normalerweise nur solche, die man für Geld nicht kaufen kann, bei der kleinen Angela Merkel machte die Organisation aber eine Ausnahme: Für einen Tag durfte sie Bundeskanzlerin Deutschlands sein.

Um den Traum so real wie möglich zu gestalten, beteiligten sich tausende Bundesbürger, und gaben vor, Angela Merkel demokratisch gewählt zu haben. Zahlreiche Politiker trafen sich mit Merkel, um Koalitionsverhandlungen zu führen. Die kleine Angela hatte keine Ahnung, wie das funktioniert, aber das war es nicht, was zählte: Man hat ihr einen Traum erfüllt.

Zum Abschluss durfte Angela vor eine Gruppe Statisten treten, die sich mit übergroßen Fotoapparaten und Hüten, in denen sie Schildchen mit der Aufschrift „Presse“ steckten, als Journalisten ausgaben. Die sichtlich stolze Angela präsentierte vor einer jubelnden Menge den ausgearbeiteten „Koalitionsvertrag“.

Inhaltlich war das „Dokument“ natürlich alles andere als hieb- und stichfest und wäre in einem echtem politischen Umfeld niemals so entworfen worden, aber um Merkel ihren Traum einer echten politischen Entscheidung zu erfüllen, wollten alle Beteiligten mal nicht verfassungsrechtlicher als das Verfassungsrecht sein und verabschiedeten das infantile Geschreibsel. Das fand ganz Deutschland niedlich, und den meisten Bürgern standen Tränen in den Augen – vermutlich vor Rührung.

cde

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