Freitag, 31. Mai 2013, 08:05 Uhr

Nichtraucherschutzgesetz Das Rauchverbot im Internet kommt

Nichtraucher-Hinweis auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit
Foto: nrp Nichtraucher-Hinweis auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit

Nachdem das Nichtraucherschutzgesetz zum Unmut vieler Kneipenliebhaber und Gastwirte durchgesetzt wurde, soll nun auch während des Besuchs von Internetseiten das Rauchen eingeschränkt werden. Die Seite des Bundesministeriums für Gesundheit gibt vor, wie das aussieht.

Die Gemüter sind um die Diskussion des absoluten Rauchverbots noch nicht abgekühlt, da kommt schon die nächste Einschränkung: Künftig sind offizielle Behördenseiten wie von Ämtern, Ministerien, des Bundestages aber auch die Internetpräsenzen von Parteien und maßgeblich staatlich getragenen und halbstaatlichen Institutionen wie die Deutsche Bahn oder die Post als Nichtraucher-Seiten deklariert. Ebenfalls betroffen vom Nichtraucherschutzgesetz sind Seiten, die sich vorwiegend an Kinder und Jugendliche richten, die das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht haben sowie Communities und Social Networks wie Facebook oder Twitter.

Das bedeutet: Während des Besuches von Nichtraucher-Seiten ist es in keinem Fall gestattet zu rauchen. Auch sogenannte E-Zigaretten sind nicht erlaubt. Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldbuße von 25 EUR geahndet, im Wiederholungsfall drohen bis zu 500 EUR Strafgeld. Aber auch die Betreiber von Seiten werden zur Kasse gebeten, wenn sie das Nichtraucherschutzgesetz nicht auch aktiv im Internet durchsetzen. So muss ein Seitenbetreiber mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 EUR rechnen, wenn er Raucher duldet ohne sie auf speziell eingerichtete und gelüftete Raucherbereiche zu verweisen.

Kontrolliert werden kann jeder halbwegs aktuelle Computer

Um zu erkennen ob ein Besucher aktuell raucht oder nicht, wird auf eine ungenutzte Funktion zurückgegriffen: Nach 2001 gekaufte Computer sind mit sogenannten Smoke-Chips ausgestattet. Diese Chips waren ursprünglich dafür vorgesehen als Brandmelder zu fungieren: Schmort eine Platine durch oder kommt es zu einem Kurzschluss, sollten Smoke-Chips den Benutzer alarmieren. Die Technik wurde jedoch von Betriebssystemherstellern nie unterstützt und so schlummert die Funktion ungenutzt in Millionen Computern – bis heute.

Ein spezielles Plugin oder zusätzliche Software ist nicht nötig. Der Smoke-Chip kann direkt von jedem Browser angesteuert werden. Auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit erscheint bereits eine Meldung mit weiterführenden Informationen, sobald ein mit Smoke-Chip ausgestatteter Besucher eine Zigarette ansteckt.

Schlupflöcher und Ausnahmen

Als Ausnahmeregelung sind speziell gelüftete Nichtraucherbereiche auf Seiten vorgesehen. Dort können Raucher Regen- und Werbegeschützt rauchen, ohne dass eine Strafe befürchtet werden muss. Weiterhin ist es Social Networks gestattet, das Rauchverbot ab 20 Uhr aufzuheben. Bis 5 Uhr Morgens ist es dann auch hier gestattet Tabakprodukte zu konsumieren.

Ein weiteres Schlupfloch haben bereits findige Raucher entdeckt: Smartphones sind zwar ebenfalls mit Smoke-Chip ausgestattet, hier ist aber nie klar, ob der Benutzer sich nicht im Freien aufhält. Aus diesem Grund gilt hier: Wer mit einem Smartphone surft, darf überall rauchen. Nichtraucherverbände kündigten hier bereits eine Verfassungsklage an.

cde

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