Freitag, 15. Nov 2013, 15:10 Uhr

Wenn das Geld nicht mehr reicht Kaviarküchen für bedürftige Reiche

Ausgemergelte Reiche warten in bedrückender Umgebung auf etwas zu essen.
Foto: Adam / Lizenz Ausgemergelte Reiche warten in bedrückender Umgebung auf etwas zu essen.

Immer mehr Reiche kommen mit ihrem Geld nicht mehr aus: viele Ausgaben, nicht ganz so viele Einnahmen. Um nicht zur Mittelschicht abgeschoben zu werden, wird an Stellen gespart, die im Verborgenen liegen: dem Essen. Um weiter luxuriös schlemmen zu können, werden nun in zahlreichen Städten Kaviarküchen für Bedürftige eingerichtet.

Die Bonzen-Armut greift immer weiter um sich, doch viele wollen ihren Lebensstil nicht aufgeben und bauen eine Scheinwelt auf. Natürlich fährt man weiterhin mindestens zwei unterschiedliche Sportwagen, natürlich leistet man sich wenigstens einmal im Jahr einen neuen, maßgeschneiderten Anzug und, natürlich, die Kinder gehen auf ein teures Internat. Dabei mangelt es vielen Reichen an Geld, das alles bezahlen zu können – sie versuchen zu sparen.

Um aber nicht sofort aus den elitären Kreisen ausgeschlossen zu werden, spart man dort, wo es andere nicht sehen können. Während die einen nicht mehr duschen und sich stattdessen mit den Vorräten der Duftwässerchen „reinlich“ halten, geht der Trend immer mehr dahin, dass Reiche sich kein Essen mehr kaufen. Während sich Mama und Papa bei Vorstandsmeetings den Wanst vollschlagen können, reicht das herausgeschmuggelte Essen nicht immer für die Kinder. Bereits über 40 % aller Reichenkinder leiden unter akutem Hummermangel.

Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, wurde mithilfe einiger Träger wie der Deutschen Bank, der FDP und dem FC Bayern München die Initiative der Kaviarküchen ins Leben gerufen. Räumlichkeiten, in denen Reiche kostenlos essen können. Wer nachweisen kann, weniger als 70.000 EUR monatlich zu verdienen, während er einen Management-Posten bekleidet, kann in stilvoller Atmosphäre feinste Speisen zu sich nehmen, ohne dafür einen Cent bezahlen zu müssen.

„Wir finanzieren uns größtenteils von Lebensmittelspenden, die wir von Sterneköchen und -Hotels erhalten“ so Siegfried Hottendorf, Leiter der Kaviarküche Düsseldorf. „Neben exquisiten Gerichten & Antiquitäten bekommen wir auch Kristallgläser, Seidentischtücher und Silberbesteck gespendet, damit den Reichen noch ein Rest von Würde erhalten bleibt, während sie bei uns dinieren.“

Hottendorf hofft, dass die Idee schnell Schule macht: „Es gibt viel Elend in der Welt der Reichen. Wenn wir das ein wenig lindern können und die Bonzen mit einem vollen Magen in ihre Villen zurückkehren, dann ist das schon ein Gewinn für uns alle.“

cde

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