Freitag, 31. Jan 2014, 13:40 Uhr

Nazi-Poetry-Slam Rechtsextreme laden zu Dichter-Krieg

Dieser Flyer – pardon – dieses Flugblatt tauchte ein zahlreichen Städten in ganz NRW auf.
Foto: nrp Dieser Flyer – pardon – dieses Flugblatt tauchte ein zahlreichen Städten in ganz NRW auf.

Das kann ja was geben: Neonazis aus dem Raum Aachen laden zu einer rechtsextremen Variante der beliebten Kleinkunstform des Poetry Slam. Der erste „Dichter-Krieg“ soll in Aachen stattfinden, die Gästeliste hingegen kommt einem bekannt vor.

Poetry Slam ist eine nicht nur unter Jugendlichen beliebte Kleinkunstform. Tausende Besucher strömen jedes Jahr auf hunderte Veranstaltungen im ganzen Bundesgebiet um Germanistik-Erst-Semestlern und gescheiterten Autoren zu lauschen, wenn sie ihre Geschichten, Gedanken und Gedichte vortragen. Das Publikum entscheidet, wer als Sieger hervorgeht und sich so unter Umständen für die Teilnahme am Meister-Poetry-Slam qualifizieren kann.

Nun wollen die ewig Gestrigen wohl ein Stück vom Kuchen abhaben: In Aachen ruft eine bisher unbekannte Gruppe Rechtsextremer dazu auf, eine mit „Dichter-Krieg“ radebrechend übersetzte Veranstaltung zu besuchen. Vorgetragen werden sollen „Deutsche Texte“, wert wird darauf gelegt, dass jüdische, kommunistische oder andere entartete Kunst dort keine Bühne finden wird. Um dem unter Neonazis weit verbreiteten Mangel an kognitiven Fähigkeiten entgegenzuwirken, dürfen die Vortragenden ihre Texte auch vormalen.

Die Liste der Vortragenden ist nicht kurz: Neben Julia Engelsmann, die mit ihrem viralen Hit „Treue ist mein Anagramm von Ehre“ beworben wird, tritt auch Dietmar Grashof, der Verfasser des Textes „Deutschmädel“, dort auf. Komplettiert wird die Liste von Thorsten Hätzer, Blondie und Sebastian 88. Wann und wo genau das Spektakel stattfinden soll, haben die Veranstalter bisher noch nicht verraten – vielleicht aus gutem Grund. Antifaschisten kündigten Bereits an, dem Treiben „beiwohnen“ zu wollen.

cde

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