Dienstag, 16. Jul 2013, 16:13 Uhr

Von Stetten am Boden zerstört Bushido soll eingeschläfert werden

Rüpel-Rapper Bushido (Archivfoto)
Foto: Mythic Seabass / Lizenz Rüpel-Rapper Bushido (Archivfoto)

Von Stetten muss sich dieser Tage vor allem eine Frage häufig gefallen lassen: Wie konnte das passieren? Wie konnte er trotz massiver Überwachungssysteme die Entgleisung seines Zöglings Bushido nicht im Vorfeld unterbinden?

Von Stetten kann sich die Tränen nicht verkneifen. Sein Schützling und ehemaliger Praktikant Anis Ferchichi, besser bekannt als Bushido, hat in einem Liedtext verschiedene Politiker vermeintlich schwer beleidigt und teilweise mit Mord bedroht. „Er ist doch nur ein kleiner Junge der nach Liebe schreit“ erklärt von Stetten sichtlich aufgelöst, „dass Wowi den Anis jetzt einschläfern will, das habe ich noch gar nicht richtig realisiert. Ich kann das einfach nicht fassen“.

Was ist passiert? Bushido hat in seinem Song „Stress ohne Grund“ behauptet, Wowereit wird „in den Arsch gefickt“ und sei eine „Schwuchtel“. Das hat den Hobby-Bauunternehmer, der sich hier und da ein paar Mark durch eine geringfügige Beschäftigung bei der Stadt Berlin dazuverdient, offensichtlich so sehr in Rage gebracht, dass er nun die Einschläferung des sogenannten „Rüpel-Rappers“ verfügen will. Dementiert wurden Bushidos Behauptungen indes nicht.

Auch Volker Beck kann seine Wut kaum zurückhalten: „Hab ich denn nicht genug getan, das Menschen wie Bushido und andere Mitglieder unerwünschter Subkulturen gegen mich aufbringt? Warum wurde ich nicht erwähnt? Stattdessen stürzt sich der Hip-Hop-Bengel auf diesen aalglatten, konservativ-integrierten Kasper Tören. Ich bin stinksauer“.

Den Angriff auf Claudia Roth empfinden hingegen alle Beteiligten einstimmig als geschmacklos: „Frau Roth mag keine Schönheit sein, mag viel Blödsinn erzählen und mag eine nervige Persönlichkeit haben. Aber sie zu erschießen, das geht zu weit. Tierquälerei ist in Deutschland immer noch verboten“, stellt von Stetten fest, während er sich versucht wieder zu sammeln. Eine Sache übersieht der CDU-Politiker hierbei jedoch: Handelt es sich bei Claudia Roth um ein Wirbeltier? Denn nur diese sind durch entsprechende Gesetze geschützt.

Die Tierschutzorganisation PETA äußerte währenddessen in einer vorläufigen Presseerklärung Empörung und kündigte Protestmärsche gegen die geplante Einschläferung des gebürtigen Bonners an. Weiterhin wird der öffentliche Wirbel, den die vermeintlich angegriffenen Politiker um die Sache machen, als glückliche Fügung gewertet: „So bekommt Anis die Aufmerksamkeit, die er dringend braucht. Spendengelder und Verkaufserlöse werden in die Höhe schnellen. Damit ist Anis für das Erste geholfen“, heißt es in der Erklärung.

cde

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