Mittwoch, 09. Oct 2013, 13:41 Uhr

Gemüsefreie Ernährung Rein fleischliches Gemüse-Imitat bald erhältlich

Von echtem Gemüse kaum zu unterscheiden: Rein fleischliches „Fleischmüse“
Foto: Stephanie Kraus / Lizenz Von echtem Gemüse kaum zu unterscheiden: Rein fleischliches „Fleischmüse“

Es wird bereits produziert, Fleischliebhaber sind schon ganz hibbelig: Der Hersteller „Aprol“ vertreibt ab kommendem Monat bundesweit das erste rein fleischliche Gemüseimitat. Die zahlreichen Varianten sollen deutlich günstiger sein als das von vielen Fleischfressern abgelehnte echte Gemüse – und wesentlich gesünder.

Nachdem sich die Nahrungsmittelindustrie jahrelang auf die Bedürfnisse einer kleinen Minderheit von fleischverweigernden Konsumenten eingestellt hat, erkennen nun auch Lebensmittelhersteller den immer weiter um sich greifenden Trend einer gemüsefreien Ernährung: Der Hersteller „Aprol“ produziert und vertreibt Gemüse-Imitate, welche rein fleischlich hergestellt werden.

„Umfragen zufolge ernähren sich bereits 21 % der über 16-jährigen ausschließlich von Fleisch. Gemüsekonsum wird teilweise aus moralischen, dann und wann aber auch aus geschmacklichen Gründen konsequent abgelehnt“, erklärt Stefan Siemeier von Aprol. Siemeier weiter: „Wir haben diesen Trend erkannt und wollen diesen Markt erschließen.“

Optisch ist das Fleischgemüse kaum von echtem Gemüse zu unterscheiden, geschmacklich ist zwar die Konsistenz recht gut getroffen, aber vor allem ohne weitere Beilagen ist deutlich zu schmecken, dass es sich nicht um echtes Gemüse handelt. Siemeier geht davon aus, dass dies kein Problem darstellt und von den Konsumenten durchaus erwünscht sein kann.

Neben den üblichen Gemüsesorten wie Kartoffeln, Zwiebeln, Blumenkohl, Zucchini und Auberginen gibt es auch ein Reis-Imitat, welches aus fein zerkleinertem Schweinefleisch besteht. Siemeier betont an dieser Stelle: „Für unsere muslimischen und jüdischen Kunden stellen wir durchweg Schweinefleischfreie Gemüse-Imitate her und greifen stattdessen auf Geflügel zurück. Geschmacklich ist kaum ein Unterschied auszumachen.“

Ernährungsexperten betonen, dass das unter dem Markennamen „Fleischmüse“ vertriebene Imitat durch den erhöhten Anteil an Antibiotika und anderen Medikamenten, die den verarbeiteten Zuchttieren verabreicht werden, deutlich gesünder ist und gegenüber verschiedenen Erkrankungen wie grippalen Infekten, Fieber und Migräne eine vorbeugende Wirkung hat.

Preislich soll Fleischmüse auch für Leute attraktiv sein, die dann und wann zu echtem Gemüse greifen: „Viehzucht ist um einiges effizienter, deswegen können wir Imitate teilweise bis zu 20 % günstiger als die echten Varianten anbieten.“ Da kann man auch als Gemüseesser mal zugreifen.

Der Postillon & YOU FM hatten ganz ähnliche Ideen.

cde

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