Donnerstag, 06. Jun 2013, 09:04 Uhr

Ikea ohne Kinderbetreuung Beruhigungsmittel statt Småland

In den Testgruppen gab es noch Schlafräume. Weltweit werden klimatisierte und videoüberwachte Schubladen eingesetzt um ruhig gestellte Kinder aufzubewahren.
Foto: Peretz Partensky / Lizenz In den Testgruppen gab es noch Schlafräume. Weltweit werden klimatisierte und videoüberwachte Schubladen eingesetzt um ruhig gestellte Kinder aufzubewahren.

Der schwedische Möbelriese will international die Kinderbetreuung abschaffen. Die Småland genannte Einrichtung soll jedoch nicht ersatzlos gestrichen werden. Künftig sollen Kinder mit einem schonenden Anästhetikum aus hauseigener Entwicklung ruhig gestellt werden.

Getobe, Geschreie und Gerenne wird es bei Ikea nicht mehr geben. Wie eine Konzernsprecherin bestätigte, wird das sogenannte Småland schon ab 2014 in keinem Ikea-Haus mehr zu finden sein. „Es ist einfach viel zu teuer gutes Fachpersonal für die Betreuung einzustellen. Bei gestiegenen Rohstoffpreisen müssten wir diese Kosten auf den Kunden umwälzen. Das wollen wir natürlich verhindern. Unsere Entwicklungsabteilung hat sich deswegen dem Problem angenommen“ lässt Ingrid Mertens von Ikea Deutschland verlauten.

Das Wundermittel heißt Stillå. Eine Ikea-Eigenentwicklung und das erste was die pharmakologische Entwicklungsabteilung zur Produktreife gebracht hat. Künftig soll Kindern einfach eine individuell auf sie abgestimmte Dosis des Ikea-Anästhetikums verabreicht werden. Anschließend wird das Kind in einer platzsparenden, voll klimatisierten und videoüberwachten Schublade deponiert – bis die Eltern es wieder abholen.

„Eine Dosis Stillå stellt ein Kind für ungefähr 4 Stunden ruhig – genug Zeit also seine Einkäufe stressfrei zu erledigen. Selbst zum Stöbern und Ausmessen ist noch Zeit. Aber auch für einen kurzen Abstecher empfiehlt es sich, das eigene Balg kurz in unserem neuen Schlummerbereich abzugeben: Stillå ist kostenlos und man kann auf der Fahrt und ein paar Stunden zuhause noch von einem schlafenden Quälgeist profitieren“, so Mertens.

Unbedenklich und für den Hausgebrauch zu erwerben

Stillå ist laut Konzernangaben absolut unbedenklich: „Während der klinischen Studie gab es eine Letalitätsrate von gerade einmal 2 % in der Experimentalgruppe“. Das bedeutet: Von 200 Kindern – jeweils 100 in der Kontroll- und 100 in der Experimentalgruppe – verstarben lediglich zwei. Der Konzern begründet das mit Dosierungsschwierigkeiten die anfangs aufgetreten sind.

Dennoch ist Ikea von seiner Idee so sehr überzeugt, dass Stillå sogar als käuflich zu erwerbendes Produkt in das Sortiment genommen wird. „Will ein Ehepaar mal ein paar romantische Stunden verbringen ohne sich um den Nachwuchs sorgen zu müssen, kann Stillå hier Abhilfe schaffen“, erklärt Mertens. Augenzwinkernd fügt sie hinzu: „Auf dem Beipackzettel sind auch Dosen für Erwachsene angegeben – falls man mal eine Auszeit von seinem Partner braucht“.

cde

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