Montag, 30. Dec 2013, 13:58 Uhr

Jugendkriminalität zur Weihnachtszeit Tausende Enkel bereicherten sich durch Enkeltrick

Aus Scham verzichten betrogene Rentner oft auf eine Anzeige.
Foto: Jens Rost / Lizenz Aus Scham verzichten betrogene Rentner oft auf eine Anzeige.

Zur Weihnachtszeit, wenn alle Welt mildtätig und um das eigene Seelenheil bemüht ist, haben Betrüger Hochkonjunktur. So auch tausende Enkel, die sich mithilfe des Enkeltricks auf Kosten gutgläubiger Senioren bereichert haben.

Der Anruf Anfang Dezember kam für die 79-jährige Elfride K. überraschend: Am anderen Ende war angeblich ihr Enkel. Seit fast einem Jahr hat sie nichts von ihm gehört, und jetzt wollte Tom (12, Name geändert) plötzlich vorbei kommen.

Dann ging alles ganz schnell: Tom kam zu K. nach Hause – zumindest glaubte K., dass es Tom war, denn um ihre Sehkraft ist es nicht besonders gut bestellt. Nach wenigen belanglosen Allgemeinplätzen kommt der Enkel-Betrüger schnell zur Sache: Es sei doch bald Weihnachten, er benötige für die Schule dringend einen teuren Taschenrechner Namens „Xbox One“ von Microsoft, der sei bald ausverkauft, am besten direkt in den Supermarkt. K. ließ sich überreden. Und war am Ende um mehrere hundert Euro ärmer – ihren „Enkel“ sah sie seitdem nicht mehr.

Wie K. ging es tausenden Senioren im Dezember. Die Polizei bestätigte eine enorme Zunahme des Enkeltricks vor den Feiertagen. Mal ist es eine Playstation, die man für das Studium benötigt. Besonders dreist: Ein bis dato noch Unbekannter erbeutete eine angebliche Sprachreise an einen australischen Surfer-Strand. Kurz nach Heiligabend fällt die Zahl der Meldungen fast wieder auf 0. Das Geld sehen die Betrogenen selten wieder. Die Polizei bittet, dass sich Personen, die ebenfalls betroffen sind, bei der zuständigen Polizeidienststelle melden – oft verzichten die Betroffenen aus Scham darauf.

cde

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