Freitag, 17. Mai 2013, 08:31 Uhr

Peinliche Panne mit neuen Fünfern in Mönchengladbach Mit selbstgemalten Euro-Scheinen auf Shopping-Tour

Mit diesem Foto eines vom Gesuchten gemalten Euro-Scheines warnt die Polizei vor Euro-Fälschungen.
Foto: nrp Mit diesem Foto eines vom Gesuchten gemalten Euro-Scheines warnt die Polizei vor Euro-Fälschungen.

Ob der junge Geldfälscher sich die Verwirrung bei Einführung des neuen 5-Euro-Scheines zu nutze machte oder aus „kindlicher Unvernunft“ handelte ist noch nicht klar. Fest steht: Er hat einen Schaden von mehreren tausend Euro verursacht.

Da dürften einige Kassierer und Geschäftsinhaber in Mönchengladbach nicht schlecht gestaunt haben, als sie ihre Einnahmen zur Bank bringen wollten: Mit Hinweis auf eine Fälschung lehnten die Banken zahlreiche 5-Euro-Noten ab. Auffällig: Die Scheine waren alle mit einem Teddybären verziert. Ebenfalls bemerkenswert der Umstand, dass mit den Scheinen vorwiegend in Spielwarengeschäften und im Computerfachhandel bezahlt wurde.

Die Polizei nahm die Ermittlungen auf und wertete das Material der Überwachungskameras aus. Schnell konnte ein 7-10 Jahre alter Junge identifiziert werden. „Bandenkriminalität schließen wir aus“, sagte Rainer Stollmanns von der Kriminalpolizei Mönchengladbach. „Der Verdächtige kaufte nicht ausschließlich hochwertige Waren sondern vielmehr das, was ein Junge in seinem Alter sich halt so wünscht“, so Stollmanns weiter. Er fügt noch hinzu: „Wir sind jedoch von der hohen Qualität der Fälschung beeindruckt. Alleine deswegen würden wir gerne ein ernstes Wörtchen mit dem Burschen reden“.

Experten verblüfft: Fälschung kaum als solche zu erkennen

Laut Stollmanns haben Experten der Bundesbank die Fälschung untersucht und kommen einheitlich zu der Einschätzung, dass man als Laie kaum einen Unterschied zum neuen 5-Euro-Schein feststellen kann. Lediglich die Abnutzungserscheinungen seien für frisch eingeführte Scheine zu stark ausgeprägt. Hier kann sich Stollmanns ein Lob nicht verkneifen: „Die Detailverliebtheit und der Einfallsreichtum des Jungen sind bemerkenswert, fast schon beeindruckend für das Alter. Aber wir dürfen nicht vergessen: Es handelt sich hier nicht um ein Kavaliersdelikt. Der Junge muss die Verantwortung für diesen Betrug tragen“.

Die Polizei verzichtet angesichts der Tatsache, dass der mutmaßliche Geldfälscher noch sehr jung ist auf eine Fahndung mithilfe der vorliegenden Videoaufzeichnungen. „Der Verdächtige hat sich ein Android-Tablet-Computer gekauft. Die Dinger sind Schrott, das wird er bald umtauschen wollen. Und dann warten wir schon …“ schließt Stollmanns das Pressegespräch ab.

Die Polizei warnt Verkäufer nun mit einem Flugblatt auf dem der gefälschte Schein abgebildet ist. Dort heißt es „die neuen 5-Euro-Scheine sehen zwar schon ziemlich beknackt aus, aber einen Teddybären werden Sie darauf nicht finden“.

Anm. der Redaktion: In einer früheren Version der Meldung haben wir Stollmanns mit den Worten „wenn wir den Bengel haben, bekommt der erstmal links und rechts eins hinter die verklebten Stinklöffel“ zitiert. Diese Aussage hat Stollmanns laut einstweiliger Verfügung nie getroffen.

cde

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