Mittwoch, 29. Jan 2014, 15:08 Uhr

Ermittlungserfolg Hamburger Polizei stellt Verdächtigen, der vermutlich mal darüber nachdenken wollte, eine Straftat zu begehen

Wer darüber nachdenkt, über Straftaten nachzudenken, wird von der Hamburger Polizei gnadenlos gejagt.
Foto: Screenshot / Lizenz Wer darüber nachdenkt, über Straftaten nachzudenken, wird von der Hamburger Polizei gnadenlos gejagt.

Das viel kritisierte Gefahrengebiet Hamburgs hatte wohl doch seinen Nutzen: Die Hamburger Polizei gibt nun bekannt, dass im Rahmen der Personenkontrollen ein dringend tatverdächtiger Gedankenkrimineller ermittelt wurde.

Das Hamburger Gefahrengebiet, welches sich de facto über die gesamte Hamburger Innenstadt erstreckte, war Gegenstand vehementer Kritik. Jetzt gibt die Polizei bekannt, dass die umstrittene Maßnahme von Erfolg gekrönt war: Die Polizei konnte einen Verdächtigen ermitteln, der aller Wahrscheinlichkeit nach darüber nachdenken wollte, eine Straftat zu begehen.

„Die Bevölkerung mag sich über die absurden fest- und sichergestellten Gegenstände unseres Berichtes lustig machen, aber wir konnten die Bürger Hamburgs unter anderem vor einem gefährlichen Gedankenverbrecher schützen“ verteidigt der Hamburger Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch das Vorgehen. „Wer vorhat, darüber nachzudenken eine Straftat zu begehen, muss die volle Härte des Gesetzes spüren. Wir, als Erfüllungsgehilfen, sehen uns berechtigt – nein – geradezu verpflichtet, das auch wörtlich auszulegen, und den Knüppel niedersausen zu lassen“.

Der 23-jährige Verdächtige befindet sich derzeit auf freiem Fuß. „Hier sieht man mal wieder, dass die Justiz gerne die Augen vor den Realitäten auf der Straße verschließt. Wenn es nach uns ginge, gehört so einer direkt hinter Gitter. Ohne Verfahren!“ ärgert sich Kopitzsch. Vorgeworfen wird dem Verdächtigen, öffentlich im Internet darüber sinniert zu haben, dass man Mittel und Wege finden könnte, den öffentlichen Personennahverkehr ohne gültigen Fahrausweis zu benutzen. Kopitzsch warnt: „Heute Schwarzfahrer, morgen Kinderschänder. So sieht es nämlich aus“ - im Internet formieren sich bereits Unterstützer der Polizei. Die Seite „Todesstrafe für Schwarzfahrer“ hat bereits mehr als 4000 Unterstützer.

cde

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