Donnerstag, 24. Oct 2013, 14:01 Uhr

Nach Abhör-Affäre Regierung setzt auf Prepaid und Dialekte

Künftig nur noch Prepaid-Karten in Regierungs-Handys
Foto: Erik Hersman / Lizenz Künftig nur noch Prepaid-Karten in Regierungs-Handys

Nachdem sich der Verdacht erhärtet, dass der US-amerikanische Geheimdienst NSA auch das Privat-Handy der Bundeskanzlerin abgehört haben könnte, plant die Regierung nun konkrete Gegenmaßnahmen, um die Kommunikation vor Lauschangriffen zu schützen.

„Es war immer so ein Knacken in der Leitung“, soll Bundeskanzlerin Angela Merkel einmal gesagt haben. Der Verdacht, dass es sich dabei um die leisen Vorzeichen einer groß angelegten Spionage-Aktion des Verbündeten handeln könnte, kam ihr damals nicht. Sie war ja E-Plus-Kundin, und das Netz ist bekanntlich nicht das Beste. Als aber der Bundesnachrichtendienst davon erfuhr, gerieten auf einmal alle in Panik.

In einer überstürzten Aktion wurde auf dem Bundeskanzlerinnen-Blackberry der Jamba Mega-Viren-Scanner installiert – ohne Ergebnis. Das Knacken war nicht verschwunden, das Ausspähen ging weiter. Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Erkenntnisse, verabschiedete die Regierung einen Plan, um gegen die Abhöraktion vorzugehen.

Ab sofort werden alle Regierungsmitglieder mit Prepaid-SIM-Karten verschiedener Provider versorgt. Diese werden über Strohmänner in dubiosen Kiosken und auf überfüllten Trödelmärkten ohne Ausweispflicht gekauft. Zusätzlich soll bei der Sprachkommunikation darauf geachtet werden, mit schwerem Dialekt oder am besten direkt in Mundart zu sprechen. So kann man sich zwar untereinander teilweise auch nicht mehr verstehen, aber man redet ja auch so ständig aneinander vorbei.

Unterdessen kam ein alter Bekannter aus der Versenkung: Edmund Stoiber monierte, dass er offensichtlich nie abgehört wurde. Die NSA bestreitet das: Man versucht das Gestammel seit Jahren in eine irgendwie geordnete Form zu bringen, um zu erahnen, was gemeint gewesen sein könnte.

cde

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