Freitag, 03. Jan 2014, 13:28 Uhr

Schwarmdummheit Jeder Internetnutzer glaubt, ihm sei „Pofalla erklärt Bahnverspätungen für beendet“ eingefallen

Beendete nur seine Karriere: Ronald Pofalla.
Foto: CDU / slomifoto.de / Lizenz Beendete nur seine Karriere: Ronald Pofalla.

Der ehemalige Chef des Bundeskanzleramtes geht zur Bahn. Und weil er sich ja eigentlich um seine Familie kümmern wollte, nimmt er die direkt mit. Alle bekommen einen schicken Sessel, ein großes Büro und viel, viel Geld. So weit, so gut. Doch das Internet schaltete kollektiv das Hirn aus.

Viel beachtet der Coup des ehemaligen Chefs des Bundeskanzleramtes: Um die Autorität des weltweit bekannten Satire-Blogs „Der Postillon“ zu untergraben, hat Ronald Pofalla nach einem Satire-Artikel, in dem das Bild des korrupten Politikers, der direkt in die Wirtschaft wechselt, zeichnet, direkt in die Tat umgesetzt und nahm einen Aufsichtsratsposten im Bahn-Konzern an.

Fast unmittelbar postete so gut wie jeder deutschsprachige Internetbenutzer „Pofalla erklärt die Bahnverspätungen für beendet“, klopfte sich selbst angesichts des geistreichen Bonmots auf die Schulter und bekam sich selbst vor Lachen nicht mehr ein. Anschließend wurde jeder andere bezichtigt, den Witz gestohlen zu haben.

Die internationale Witzaufsicht verurteilt diese Reaktion der Internetgemeinde auf das Schärfste: „Es kann nicht angehen, dass nun jeder von sich selbst glaubt, witzig zu sein! Das soll man bitte Fachleuten überlassen, die Erfahrungen mit gefährlichen Pointen, Überzeichnungen und Polemik haben. Ausserdem werde zahlreichen hart arbeitenden Kabarettisten hier eine erstklassige Pointe weggenommen.“

cde

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