Montag, 25. Nov 2013, 13:46 Uhr

Lebensmittel-Recht Metaphorische Zusatzstoffe dürfen nicht mehr ausgezeichnet werden

Wieviel „Liebe“ steckt wirklich in diesem Brot?
Foto: Benediktv / Lizenz Wieviel „Liebe“ steckt wirklich in diesem Brot?

In einem aufsehenerregenden Urteil hat das Amtsgericht Paderborn einem Brot-Hersteller verboten, metaphorische Lebensmittelzusätze auf der Verpackung auszuzeichnen. Problematisch war hier vor allem die fehlende Mengenangabe.

Ab sofort ist es einem Backwaren-Hersteller aus dem Raum Paderborn vom zuständigen Amtsgericht verboten worden, metaphorische Zutaten wie „Liebe“ oder „Herzblut“ als Lebensmittelzusatzstoffe auszuzeichnen. Dabei spielte die unappetitliche Komponente nur eine kleine Rolle, bemängelt wurde in erster Linie die fehlende Mengenangabe.

„Die Menge des sich angeblich in dem Produkt befindlichen Traditionsbewusstsein wurde nicht angegeben. Ob es sich hierbei um einen verschwindend geringen oder einen maßgeblichen Anteil handelte, ist für den Verbraucher nicht ersichtlich. Vor allem wenn es um Misanthropen geht, können bereits geringe Mengen „Liebe“ in einem Lebensmittelerzeugnis heftige allergische Reaktionen auslösen.“ steht in der Urteilsbegründung.

Die Bäckerei, die ihren Namen nicht öffentlich lesen will, versteht die Aufregung nicht: „Das sind metaphorische Zutaten, die sind nicht wirklich vorhanden. Wie sollen wir da eine Menge angeben?“ so ein Sprecher des betroffenen Unternehmens.

cde

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