Donnerstag, 10. Oct 2013, 13:01 Uhr

Unternehmenspleite Data Becker will noch „Insolvenz Planer“ entwickeln

Data Becker: Insolvenz Planer
Foto: NRP / Lizenz Data Becker: Insolvenz Planer

Der traditionsreiche IT-„Fach“-Verlag Data Becker kündigte an, im März 2014 den Betrieb einzustellen. Gründe wurden nicht bekannt gegeben, wohl aber, dass als letztes Projekt der „Insolvenz Planer“ entwickelt und in den Handel gebracht werden soll.

Die Produkte aus dem Hause Data Becker wurden von der Fachwelt gerne belächelt, aber mindestens genau so gerne genutzt: Egal ob „1000 Flashspiele für Ihre Homepage”, von denen 999 nur Varianten des einen Spieles waren, die man wirklich mit der CD erstanden hat, oder hilfreiche Ratgeber wie „Husten, Schnupfen, Heiserkeit – den PC jetzt virenfrei machen“.

Die Trivialitäten, der amateurhafte Charme und die vereinfachten und dadurch verzerrten Darstellungen komplizierter Sachverhalte, stellten sogar den fachlich bestenfalls als Diarrhö zu bezeichnenden Output der Computer Bild in den Schatten.

Doch nun ist Schluss. Zum 31. März 2014 stellt Data Becker den Betrieb ein. Gründe wurden nicht genannt. Lediglich, dass Rechte und Entwicklungen verkauft werden sollen. Betont wurde aber, dass derzeit mit Hochdruck an einer letzten Software für die Gold-Serie gearbeitet wird: der Data Becker Insolvenz Planer.

Die in Partnerschaft mit dem Armuts-Nutznießer und RTL-Schergen Peter Zwegat entwickelte Software soll kleinen bis mittleren Betrieben ein reibungsloses Insolvenzverfahren ermöglichen. Direkte Schnittstellen zum Finanz- und Gewerbeamt ermöglichen Insolvenzanmeldungen auf Knopfdruck – einfach wie eine De-Mail.

Die Netzwelt mutmaßt derweil, der Planer soll für die eigene Insolvenzabwicklung genutzt werden, was von Fachleuten verneint wird: Data Becker Software war noch nie für den Einsatz in der realen Welt zu gebrauchen.

cde

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