Dienstag, 08. Oct 2013, 12:57 Uhr

Bildungsstudie Zehnjährige so schlau wie 15 % der Erwachsenen

Diese Erwachsenen haben sichtlich Probleme den Ausführungen der 10-jährigen zu folgen
Foto: woodleywonderworks / Lizenz Diese Erwachsenen haben sichtlich Probleme den Ausführungen der 10-jährigen zu folgen

PISA stellte mit einem Schlag das deutsche Bildungssystem in Frage. Panisch geführte Debatten folgten einem Umherschieben des schwarzen Peters, um endlich in völliger Lethargie zu münden. Nun hat die OECD den Bildungsstand der erwachsenen Bevölkerung geprüft. Es gibt Grund zu jubeln: Deutsche 10-jährige sind genau so schlau wie jeder sechste Erwachsene.

Noch vor wenigen Monaten war es eine Sensation, wenn man in Deutschland den Unterschied zwischen „das“ und „dass“ kannte, und nun sind unsere 10-jährigen verbrieft so schlau wie mehr als 15 % der Erwachsenen. Kein Wunder: Unsere Kinder wachsen mit dem Internet auf, während 10 % der Deutschen nicht in der Lage sind, eine Computer-Maus zu bedienen – bezeichnend, dass man extra erwähnen muss, was für eine Maus gemeint ist.

Das ist für viele Deutsche nichts Neues. Bereits seit Jahren werden Börsen-Spekulanten von ihren Kindern unterstützt. Besonders beliebt ist hier das Spiel „Mankomania“ – in Finanzkreisen ein Pflichtspiel, um sich mit den Vorgängen am Wertpapier-Markt vertraut zu machen. Erwähnenswert, dass Kinder hier genau wie Erwachsene häufig das Problem haben, die Tragweite ihrer Handlungen richtig einzuschätzen.

Auch in der Werbung greifen Entscheider immer wieder auf die Ideen ihrer Zöglinge zurück. Egal ob eine völlig falsche, aber wirklich völlig falsche Aussprache bekannter Produkte, oder Werbespots, die direkt aus der Fantasie eines Pubertierenden stammen könnten – die Ideen der kleinen Werbe-Nachkömmlinge halten immer häufiger Einzug in TV-Spots, Print-Anzeigen und andere Kampagnen.

Abschließend plädiert die OECD für ein Maximalalter bei demokratischen Wahlen: Der Studie zufolge sind 10-jährige deutlich besser in der Lage, politische Entscheidungen zu treffen als 41,5 % der deutschen Erwachsenen

cde

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