Dienstag, 17. Dec 2013, 13:02 Uhr

Endlich Klarheit Erdbeeren sind keine echten Bären

Der Brillenbär galt bis vor Kurzem noch als naher Verwandter der Erdbeere
Foto: Ulrich Latzenhofer / Lizenz Der Brillenbär galt bis vor Kurzem noch als naher Verwandter der Erdbeere

Auch wenn man sie so nennt: Erdbeeren gehören nicht zu den echten Bären, sondern zu den Rosengewächsen. Umbenennen möchte man die putzigen roten Kerle aber trotzdem nicht.

Seit über 200 Jahren geht man davon aus, dass Erdbeeren zu der Familie der Bären gehören. Forscher haben nun aber herausgefunden, dass die putzigen kleinen Racker genetisch keine Verwandtschaft zu Meister Petz haben. Ganz im Gegenteil: Die Erdbeeren gehören, trotz der Ähnlichkeit zu beispielsweise Braun- oder Grizzlybären, zur Familie der Rosengewächse.

Der Duisburger Zoo, in dem man Erdbeeren in einem großen Gehege beobachten kann, will die Publikumslieblinge trotzdem weiter mit den an Bären erinnernden Namen ansprechen: „Wöchentlich kommen Hunderte Besucher, nur um die Erdbeeren zu beobachten, das natürliche Paarungsverhalten, die Revierkämpfe und natürlich nicht zuletzt die Jagd“, so Achim Winkler, Direktor des Zoos.

Vor allem Letzteres stellte Biologen, Zoos und Pfleger immer wieder vor ein Rätsel: Obwohl aufwendige künstliche Flussanlagen gebaut und extra Lachse eingeflogen wurden, um den Jagdtrieb der harmlos aussehenden Gesellen auszulösen, ist es bisher niemandem gelungen, in Gefangenschaft gehaltene Erdbeeren bei der Jagd zu beobachten.

Erdbeeren gehören zu den sogenannten gefährdeten Arten. Jährlich werden Millionen Erdbeeren gejagt und zu vermeintlich vegetarischen Speisen wie Erdbeerkuchen und Erdbeer-Konfitüre verarbeitet oder als Kadaver auf Wochen- und in Supermärkten zum Verkauf angeboten. Der Bestand ist derzeit auf einem kritischen Niveau. Umso wichtiger, dass kontrollierte Züchtungen in Zoos stattfinden. Daran wird auch der irreführende Name nichts ändern.

cde

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