Donnerstag, 28. Nov 2013, 13:06 Uhr

Kann nichts essen Mann leidet unter Lebensmittelunverträglichkeit

Die neue Volkskrankheit: Lebensmittelunverträglichkeit.
Foto: Stephanie Kraus / Lizenz Die neue Volkskrankheit: Lebensmittelunverträglichkeit.

Während die einen sich nur mit einer Laktoseintoleranz rumplagen und andere auf eine glutenfreie Ernährung achten müssen, ereilte Jochen B. ein viel schlimmeres Schicksal: eine Lebensmittelunverträglichkeit.

Jochen B. ist 32, hat einen kleinen Sohn (Lasse, 4), ist Naturheilpraktiker und lebt in einem nachhaltigen Holzhaus in der Nähe von Neuss. Er und seine Frau Ena-Larissa haben immer auf ausgewogene, unbelastete Ernährung geachtet. Trotzdem kam nun der Schock für den Profi-Homöopathen: Er leidet unter Lebensmittelunverträglichkeit, kann also absolut keine Nahrung mehr zu sich nehmen.

B. berichtet, dass alles vor einigen Jahren anfing: „Nach dem Essen hatte ich stets ein Völlegefühl. Umso mehr ich gegessen habe, desto schlimmer wurde es. Das ging so weit, dass ich meine Darmtätigkeiten kaum noch selbst bestimmen konnte. Morgens musste ich groß, Abends musste ich groß, zwischendurch immer wieder klein. Mir wurde schnell klar, dass mein Körper mit Nahrung nicht zurecht kommt.“

B. versuchte es mit Bio-Kost: keine Laktose, kein Gluten mehr, keine Geschmacksverstärker. Aber Besserung setzte nicht ein. Irgendwann ernährte sich B. nur noch von Keimen und Samen: „An Yoga war nicht mehr zu denken, die Flatulenzen waren unerträglich.“ Besonders tragisch: Als B. während eines Klassentreffens mit alten Schulkameraden über sein Problem berichtete, bemerkte er, dass es vielen ganz ähnlich geht – aber zelebriert wird. „Mit was für einer Selbstverständlichkeit die Jungs über Toilettengänge und aufgeblähte Bäuche durch Grillgut und Bier geredet haben – ich hatte das Gefühl, das würde denen auch noch gefallen.“

Damit aber noch nicht genug, B. glaubt, dass Lebensmitteln süchtigmachende Stoffe zugesetzt werden: „Es war kaum auszuhalten, alle paar Stunden überkam mich ein unglaubliches Verlangen nach Lebensmitteln. Ebenso ging es meiner Frau und unserem Kind. Das soziale Gefüge geriet immer mehr ins Wanken – wenn wir Abends von unserer Arbeit heim gekommen sind, war der erste Gedanke, irgendetwas essbares zu bekommen. Wenn da keine Substanzen im Spiel sind.“

cde

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